Lissabon kulinarisch – Bacalhau, Pastéis de Nata und Reisetipps

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Lissabon liegt auf sieben Hügeln über dem Tejo, durchzogen von quietschenden Straßenbahnen und dem melancholischen Klang des Fado. Die portugiesische Küche der Hauptstadt ist herzhaft und vom Meer geprägt – mit einer fast unendlichen Liebe zum Stockfisch.

Die wichtigsten Gerichte

  • Bacalhau: gesalzener Kabeljau, von dem es angeblich mehr als 365 Zubereitungen gibt – probiere unbedingt Bacalhau à Brás mit Ei und Kartoffeln.
  • Pastéis de Nata: die berühmten Blätterteig-Puddingtörtchen, am besten lauwarm mit etwas Zimt und Puderzucker.
  • Sardinhas Assadas: gegrillte Sardinen, besonders im Sommer auf der Straße zubereitet – das Aroma liegt dann über der ganzen Stadt.
  • Caldo Verde: eine grüne Suppe aus Grünkohl, Kartoffeln und Chouriço.

Wo du essen und bummeln solltest

Das älteste Viertel Alfama mit seinen verwinkelten Gassen, Aussichtspunkten (Miradouros) und Fado-Lokalen ist perfekt zum Verlaufen und Schlemmen. Hier reihen sich kleine Tascas (familiäre Gasthäuser) aneinander. Zum Markterlebnis lohnt sich der Time Out Market in Cais do Sodré, wo bekannte Köche kleine Stände betreiben.

Ein praktischer Tipp zum Bestellen: In vielen Lokalen werden ungefragt kleine Vorspeisen wie Oliven, Brot oder Käse auf den Tisch gestellt (couvert) – diese sind nicht gratis und werden berechnet, wenn du sie isst. Du darfst sie aber höflich zurückgehen lassen.

Die Tageskarten in Lissabons Tascas sind oft nur auf Portugiesisch und manchmal handgeschrieben an einer Tafel – ein Foto der Karte zum Übersetzen hilft dir, die zahlreichen Fisch- und Bacalhau-Variationen zu unterscheiden und das passende Gericht zu wählen.

Plane für Lissabon drei bis vier Tage ein, nimm die Straßenbahn 28 durch die Altstadt und gönne dir einen Tagesausflug ins nahe Sintra oder nach Belém.

Beste Reisezeit

März bis Mai und September bis Oktober sind die besten Monate: warm, hell und mild genug, dass die Hügel Vergnügen statt Prüfung sind. Der Juni ist der lauteste und wohl schönste Monat, wenn die Festas de Lisboa die Alfama mit gegrillten Sardinen, Papiergirlanden und Straßenfesten rund um Santo António am 12. und 13. Juni füllen. Juli und August sind heiß und voll, und Mitte August leert sich die Stadt von Einheimischen. Der Winter ist mild und feucht, die Hotelpreise fallen deutlich, und das Licht über dem Tejo ist dann am schönsten.

Praktisches vor Ort

Hol dir eine aufladbare Viva-Viagem-Karte; sie gilt für Metro, Busse, Trams und Standseilbahnen. Die Tram 28 ist die berühmte Strecke durch Graça, Alfama und Baixa – und zugleich der Arbeitsplatz von Taschendieben: früh am Morgen fahren, Tasche vorne tragen. Die Standseilbahnen und der Aufzug Santa Justa ersparen echte Steigungen. Sonst ist Lissabon eine Laufstadt mit brutal steilen, polierten Pflastersteinen, also Schuhe mit Grip statt glatter Sohlen. Der couvert – Brot, Oliven, Käse, ungefragt gebracht – wird berechnet, wenn du davon isst, und lässt sich ohne Anstoß zurückgehen lassen. Trinkgeld ist bescheiden: aufrunden oder fünf bis zehn Prozent nach einem guten Essen.