Marrakesch kulinarisch – Tajine, Souks und Reisetipps für Marokko
Marrakesch, die „Rote Stadt" am Fuße des Atlasgebirges, ist ein Fest für die Sinne: Gewürzberge, das Hupen der Mopeds in den Souks und der Duft von Grillrauch über dem berühmten Hauptplatz. Die marokkanische Küche ist eine reiche Mischung aus berberischen, arabischen und mediterranen Einflüssen.
Die wichtigsten Gerichte
- Tajine: das namensgebende Schmorgericht aus dem kegelförmigen Tongefäß – langsam gegartes Fleisch oder Gemüse mit eingelegten Zitronen, Oliven, Aprikosen oder Pflaumen.
- Couscous: traditionell das Freitagsgericht, mit zartem Hartweizengrieß, Gemüse und Fleisch.
- Harira: eine sättigende Suppe aus Tomaten, Linsen und Kichererbsen, besonders beliebt zum Fastenbrechen.
- Minztee (Atay): süßer grüner Tee mit frischer Minze – das Symbol marokkanischer Gastfreundschaft.
Wo du essen und bummeln solltest
Das pulsierende Herz ist der Platz Jemaa el-Fnaa: Am Abend verwandelt er sich in eine riesige Open-Air-Garküche mit dampfenden Ständen, Geschichtenerzählern und Musikern. Rundherum erstrecken sich die labyrinthischen Souks der Medina, in denen du Gewürze, Lederwaren und Lampen findest – und versteckte Dachterrassen-Cafés mit Blick über die Stadt.
Ein praktischer Tipp: In den Souks und an den Ständen von Jemaa el-Fnaa gehört Handeln zum guten Ton – kläre den Preis immer vor dem Essen oder Kauf. Achte auf Stände mit hohem Durchlauf, da dort das Essen frisch ist. Etwas Bargeld in kleinen Scheinen ist unverzichtbar.
Die Karten und Schilder in Marrakesch sind oft auf Arabisch oder Französisch, viele Stände haben gar keine geschriebene Karte – ein Foto der Speisekarte zum Übersetzen hilft dir, die Gerichte zu verstehen und ohne Sprachbarriere die richtige Tajine oder Vorspeise zu wählen.
Plane für Marrakesch drei bis vier Tage ein und gönne dir einen Tagesausflug ins Atlasgebirge oder in ein traditionelles Hammam.
Beste Reisezeit
März bis Mai und Oktober bis November sind die besten Fenster: warme Tage, kühle Abende und ein Klima, in dem die Medina zu Fuß Freude macht. Der Sommer ist trocken und sehr heiß, oft über vierzig Grad, weshalb Einheimische den Tag in Innenhöfe und Schatten verlegen und erst nach Sonnenuntergang wieder aktiv werden. Der Winter ist mild und sonnig am Tag, aber nachts überraschend kalt – Riads sind selten gut beheizt, also Schichten einpacken. Im Ramadan ändern sich Öffnungszeiten spürbar, und der Djemaa el-Fna erwacht erst nach dem Fastenbrechen richtig zum Leben.
Praktisches vor Ort
Die Medina ist ein Fußgängerlabyrinth, in dem Karten nur bedingt helfen; petits taxis sind billig, sollten aber das Taxameter benutzen, sonst vorher den Preis vereinbaren. Bezahlt wird in Dirham; Bargeld regiert in der Medina, Karten funktionieren in Hotels und größeren Restaurants. Handeln gehört im Souk dazu und ist freundlich gemeint. Trinkgeld in kleinen Beträgen ist üblich und wird erwartet – für Gepäck, Guides, Restaurants. Wer als Frau reist, sollte mit Ansprache rechnen, die meist harmlos, aber beharrlich ist. Und wer den Weg nicht kennt: Nicht jeder „Helfer", der eine Abkürzung anbietet, tut es umsonst.